Möbelfabrik Muotathal
In der Innerschweiz, in Muotathal, wird das Bett hergestellt, das Jörg Boner für Atelier Pfister entworfen hat. Die Möbelfabrik Muotathal zeichnet sich durch technische Raffinesse und ein fachliches Know-How in der Bearbeitung von Massivholz aus, die weitherum konkurrenzlos sind.
Sechs computergesteuerte Fünffachfräsmaschinen (sogenannte CNC-Bearbeitungszentren), ein zehnspindliger Hobelautomat und eine ferngesteuerte Roboterschleifzelle machen das Innerschweizer Unternehmen zur europaweit erstrangigen Adresse, wenn es um hochpräzise Fertigungen von Möbeln und Möbelteilen aus Massivholz geht.
Auf der effizienten Technik allein gründen die Kompetenzen des 30-köpfigen Teams jedoch nicht. Vielmehr kennt sich Patron Paul von Rickenbach mit Holz aus wie kaum jemand.
24 verschiedene Holzarten
Paul von Rickenbach weiss alles über den Umgang mit Holz aller Arten und in allen Stadien eines Produktionsprozesses: von der Beschaffung und der Lagerung über die Trocknung sowie das Schwund- und Quellverhalten verschiedener Hölzer bis hin zu ihren unterschiedlichen Eigenschaften in der Verarbeitung. Er kennt die Wälder von Europa bis nach Amerika, weiss wo welche Eichen, Nussbäume oder Eschen wachsen.
Dieses Wissen gibt er im eigenen Betrieb weiter, an die Schreiner ebenso wie an die Lehrlinge. Denn Qualität - technisch, funktional und ästhetisch - ist das wichtigste Kriterium der Muotathaler Produkte. 250 Kubikmeter Holz lagern in der Innerschweizer Firma, weitere 1000 Kubikmeter an anderen Standorten. 24 verschiedene Holzarten wurden im vergangenen Jahr verarbeitet - wenn immer möglich heimische.
«Wir sind Techniker und Handwerker»
«Wir sind nicht Designer, sondern Techniker und Handwerker. Unsere Aufgabe ist es, anspruchsvolle Formen in eine qualitativ hochstehende, aber auch rationelle Fertigung zu übersetzen», sagt Paul von Rickenbach. Zentral ist für den Patron, dass nicht nur der Entwurf, sondern jeder Schritt im Fertigungsprozess von einer präzisen Arbeitsweise geprägt ist.
Komplexe Geometrien sind die Spezialität der Muotathaler Firma. Dies macht sie zur idealen Fertigungsstätte für das Bett von Jörg Boner, das zwar einfach aussieht, in der Herstellung aber seine Tücken hat. «Leute wie wir könnten auch ein solches Objekt noch von Hand fertigen», sagt von Rickenbach. «Optisch wäre das Resultat allerdings wohl nicht so perfekt – und viel teurer.»
Das Material ist Designer Boner wichtig
Gerade bei der komplexen Fügung dieses Bettgestells für Atelier Pfister, das aus einem leicht konvexen Teller von rund 20 Zentimeter Durchmesser und vier gefrästen Füssen besteht, muss jede Fuge stimmen - sonst sind weder Statik noch Ästhetik gewährleistet. Die CNC-Herstellung spart Zeit und damit Geld - und garantiert ein optisch schönes, technisch hervorragendes Produkt zu einem marktfähigen Preis.
«Ein Bett soll nicht auffällig sein», sagt Designer Jörg Boner. Darum ist für ihn auch das Material Holz wichtig: Kaum ein anderes Möbel kommt dem Körper und dem Gesicht so nahe – entsprechend natürlich und angenehm muss sein Werkstoff sein. Hier ist es Eschenholz aus der Schweiz, verarbeitet in einer technisch und handwerklich versierten Schweizer Firma - für den Designer eine wohltuende Alternative zur «Asienproduktions-Welle».
Seit 100 Jahren
Die Möbelfabrik Muotathal wurde vor 100 Jahren von Alois von Rickenbach gegründet. Paul von Rickenbach, 57, führt das Unternehmen in dritter Generation. Die Möbelfabrik Muotathal beschäftigt 30 Mitarbeiter.



